Leistbares Wohnen als Schlüssel für einen starken Arbeitsmarkt

09.10.2026, 08:30

Landesarbeitskommission informiert sich über Wohnsituation in Südtirol und die Wohnreform 2025 - Für Landesrätin Amhof ist Wohnraum essentielle Voraussetzung für Standortattraktivität

Die Landesarbeitskommission setzte sich im Rahmen ihrer jüngsten Sitzung am 7. Oktober intensiv mit dem Thema Wohnen auseinander. (Foto: LPA/Ressort Europa, Arbeit und Personal)
Die Landesarbeitskommission setzte sich im Rahmen ihrer jüngsten Sitzung am 7. Oktober intensiv mit dem Thema Wohnen auseinander. (Foto: LPA/Ressort Europa, Arbeit und Personal)

BOZEN (LPA). Die Entwicklung des Arbeitsmarkts ist eng verknüpft mit jener des Wohnungsmarkts: Das ist im Rahmen der Sitzung der Landesarbeitskommission, die dem Thema Wohnen gewidmet war, deutlich geworden. Arbeits-Landesrätin Magdalena Amhof betonte, dass leistbarer Wohnraum essentiell für eine positive Entwicklung des Arbeitsmarktes sei; deshalb gelte es, ressortübergreifende Anstrengungen in diese Richtung zu unternehmen. 

"In der Arbeitsmarktstrategie AM#S²2030  haben wir leistbaren Wohnraum als wesentlichen Standort- und Rekrutierungsfaktor für den Arbeitsmarkt angeführt. Es gilt somit alles daran zu setzen, diesen leistbaren Wohnraum verfügbar zu machen, damit Arbeitsmarkt und Wirtschaft wachsen können", erklärte Landesrätin Amhof einleitend. Es sei eine gemeinsame Verantwortung des Landes Südtirol, der Gemeinden, der Wirtschaft und der Sozialpartner, die notwendigen Weichen dafür zu stellen.

Im Mittelpunkt der Sitzung stand der Bericht des Direktors der Abteilung Wohnbau, Stefan Walder, der den Kommissionsmitgliedern über die Umsetzung der Wohnreform und den Stand der Maßnahmen für das leistbare Wohnen berichtete. "Der Südtiroler Arbeitsmarkt wächst derzeit vor allem durch nicht ansässige und ausländische Arbeitskräfte. Für das Wohnen heißt das, dass Wohn- und Unterkunftsangebote für neu hinzukommende Arbeitskräfte an Bedeutung gewinnen – vorübergehend oder auf Dauer", erklärt Walder. Die Problematik in Südtirol bestehe derzeit darin, dass gute Beschäftigungschancen auf hohe Wohnkosten treffen. 

"Der Wohnungsbestand in Südtirol ist mit 303.000 katastermäßig registrierten Wohnungen bei 240.800 Haushalten groß, aber der Wohnungsbestand ist nur teilweise verfügbar", erinnerte Walder an touristische Nutzung, Leerstand oder sonstige Gründe für die Nichtverfügbarkeit von Unterkünften. Mit der Wohnreform 2025, so Walder, seien ein Aktivieren des Bestandes, eine Erweiterung des Mietangebotes und eine stärkere Förderung des Eigenheims in die Wege geleitet worden. Die Aktivierung des Garantiefonds als Anreiz für die Vermietung von derzeit leerstehenden Wohnungen sei ein weiteres Ziel.

"Das komplexe Thema Wohnen macht deutlich, dass eine ressortübergreifende Herangehensweise erforderlich ist, um attraktive Rahmenbedingungen für die Gewinnung oder den Verbleib von Fachkräften in Südtirol sicherzustellen", betonte Landesrätin Amhof. Deshalb arbeite man derzeit an einem Impulspapier, das Ansätze zur systematischen Sicherung von Fachkräften enthalte und verschiedenste Akteure in- und außerhalb der Landesverwaltung mit einbeziehen soll. 

Stefan Luther, der Direktor des Arbeitsmarktservice (AMS), ging im Rahmen der Sitzung dann noch auf den Abschluss des GOL-Programms ein, für das nun ein Nachfolgesystem entwickelt werde. "Eine unserer größten Herausforderungen, an der wir beständig arbeiten, ist weiters die Digitalisierung. Mit Ende des Jahres wird die Verwaltung der Arbeitslosen vollständig digital abgewickelt werden. Ein neues, überarbeitetes Portal für die Orientierungspraktika und das überarbeitete Portal alleJobs Südtirol sind für 2027 geplant", berichtete Luther. 

pir