Jugendhaushalt Turbo: 2027 sind 17 Gemeinden beteiligt
Projekt wird im kommenden Jahr mit weiteren Südtiroler Gemeinden umgesetzt – Land ergänzt zudem Geldmittel hin zur Jugendmillion
BOZEN (LPA). Die Umsetzung oder Verbesserung von Sportanlagen, eine Veranstaltung für junge Menschen oder eine öffentliche Grillstelle: Diese und weitere Ideen werden im Rahmen der ersten Ausgabe des Jugendhaushalts Turbo umgesetzt. 15 Gemeinden hatten sich im Vorjahr am Projekt beteiligt, in diesem Jahr kommen weitere dazu, sodass 17 Südtiroler Gemeinden, unter ihnen auch erstmals drei Städte, den Jugendhaushalt umsetzen. Dabei werden Geldmittel für junge Menschen reserviert, umgesetzt werden jene Maßnahmen, die vorab eingereicht und von den 14- bis 25-jährigen Bewohnerinnen und Bewohnern der Gemeinden in einem Online-Voting zum Siegerprojekt gekürt wurden. "Der Jugendhaushalt ist eine ganz wesentliche Antwort darauf, wie es gelingen kann, junge Menschen besser einzubinden. Wir müssen der jungen Generation deutlich machen, dass Demokratie funktioniert, dass es keine Alternative dazu gibt: Demokratie braucht neue Ansätze", sagte Jugendlandesrat Philipp Achammer bei der Vorstellung des Jugendhaushalts Turbo 2027 am 26. Oktober in Bozen. Wenn man Teil der Entscheidung sei, identifiziere man sich auch mit dem, was umgesetzt werde. Dies sei ein wichtiger Erfahrungswert der ersten Ausgabe des Jugendhaushaltes Turbo.
"Mit der Entscheidung bei Turbo mitzumachen, haben wir Neuland betreten“, berichtete Stephanie Goldner, Vizebürgermeisterin in Kurtatsch. Goldner hob besonders die Mitarbeit auf Augenhöhe sowie die Dynamik, die sich in der Zusammenarbeit mit den jungen Menschen ergeben habe, hervor. Denn vom ursprünglichen Plan ein neues Beachvolleyballfeld zu bauen, sei man – auf Vorschlag der rund 50 beteiligten Jugendlichen – dazu übergegangen, das bestehende Feld und dessen Zugang zu verbessern. Neben der aktiven Einbeziehung der jungen Menschen seien somit auch finanzielle Mittel eingespart worden. Und diese kamen schließlich der Umsetzung eines zweiten Projektes (nämlich einem Container-WC) zugute. Goldners Fazit lautete somit: „Ja, es hat funktioniert und ja, es hat sich gelohnt!“ Junge Menschen würden mit dem Jugendhaushalt Verantwortung übernehmen, auch für die gesamte Gemeinschaft: "Wir vertrauen euch. Eure Ideen sind wichtig. Eure Meinung zählt!", fasste die Kurtatscher Vizebürgermeisterin als wichtigste Botschaften des Jugendhaushaltes Turbo zusammen. Sie ermutigte andere Gemeinden, den Jugendhaushalt als Chance wahrzunehmen, um besser mit den Jugendlichen zusammenzukommen, sie besser zu verstehen und sie für die eigene Gemeinschaft zu begeistern.
Auch für Florian Pallua, Leiter der Koordinationsstelle Jugend beim Forum Prävention, sollte Turbo nicht nur auf die Ergebnisse fokussieren, sondern auf den Prozess: "Junge Menschen fühlen sich dort zuhause, wo sie gesehen und ernst genommen werden. Simple Rezepte vor Ort erzeugen eine Wirkung, die alle positiv überrascht, die aber heute umso wichtiger werden", unterstrich Pallua. Man sei über die große und positive Resonanz sehr erfreut und wolle mit den Erfahrungen aus dem Vorjahr Turbo stets weiterentwickeln. Wie bereits im Vorjahr werde es von Dezember bis Februar möglich sein, auf der Webseite www.turbogemeinde.it Ideen einzutragen, über die dann 14- bis 25-jährige Ansässige der teilnehmenden Gemeinden online abstimmen können. "Der Lokalpolitik sind die jungen Menschen wichtig und Turbo kann ein einfaches Instrument sein, das Antworten bieten kann" unterstrich Pallua.
Um die Beteiligung junger Menschen weiter anzukurbeln, setze das Land mit der sogenannten "Jugendmillion" ein weiteres Zeichen, kündigte Landesrat Philipp Achammer an: Damit gemeint ist, dass im kommenden Jahr erstmals jeder Euro, mit dem eine Gemeinde eines der Jugendprojekte umsetzt, vom Land (bis zu 30.000 Euro) verdoppelt wird. "Das ist ein wichtiges Zeichen für die Gemeinden, aber noch mehr für die Jugend, weil wir an ihre Ideen glauben“, hob auch Konrad Pamer, der Direktor des Amtes für Jugendarbeit, hervor. Man fördere dabei Investitionen, ebenso wie Dienstleistungen. "Das Neue in diesem gesamten Prozess ist, dass Jugendliche nicht mitentscheiden, sondern entscheiden was schlussendlich umgesetzt wird", unterstrich Pamer. Turbo und die Jugendmillion seien darum Maßnahmen, die weitergeführt und weiterentwickelt werden, da es Offenheit für neue Entwicklungen brauche.
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- Mit dem Jugendhaushalt Turbo sei ein Projekt geschaffen worden, mit dem junge Menschen und deren Ideen aktiv in die Gemeinschaft eingebunden werden könne, hob Landesrat Philipp Achammer (im Bild links, daneben die Kurtatscher Vizebürgermeisterin Stephanie Goldner und Projektleiter Florian Pallua) bei der Vorstellung der zweiten Ausgabe von Turbo hervor. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 2 MB]
- Stephanie Goldner, Vizebürgermeisterin in Kurtatsch, berichtete von den (positiven) Erfahrungen ihrer Gemeinde mit dem Jugendhaushalt und ermutigte weitere Gemeinden, dieses Projekt als Chance zu sehen. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 1 MB]
- 2027 beteiligen sich 17 Südtiroler Gemeinden am Jugendhaushalt Turbo. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 3 MB]
- Projektleiter Florian Pallua vom Forum Prävention (ganz rechts im Bild, daneben Landesrat Achammer, die Kurtatscher Vizebürgermeisterin Stephanie Goldner und Amtsdirektor Pamer) betonte: "Der Lokalpolitik sind junge Menschen wichtig und Turbo kann ein einfaches Instrument sein, Antworten zu bieten". » [IMG 2 MB]
- Von Dezember bis Februar können Ideen für junge Menschen eingereicht werden, danach folgt ein Online-Voting. Bei diesem sind alle 14- bis 25-jährigen Bewohnerinnen und Bewohner der teilnehmenden Gemeinden abstimmberechtigt. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 2 MB]
- Der Jugendhaushalt, sei ebenso wie die "Jugendmillion", bei der das Land Gemeindenprojekte zugunsten junger Menschen finanziell unterstützt, ein wichtiges Zeichen für die Gemeinden, aber noch mehr für die Jugend, unterstrich der Direktor des Amtes für Jugendarbeit, Konrad Pamer. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 3 MB]




