#halbzeit Landesrat Achammer (2/3): Kultur und Kulturgüter fördern

27.07.2026, 11:59

Einsatz für fair bezahlte Kultur, die Wertschätzung von Kulturgütern und Orte des Zusammenlebens sind zentrale Bereiche der Tätigkeiten von Landesrat Philipp Achammer

"Wenn wir glauben, die Probleme unserer Zeit werden dadurch gelöst, dass man auf freie, hart errungene Bereiche zugreift, dann irren wir uns grob. Die freie kulturelle Entwicklung, auch die unangepasste, die Nachtkultur oder die freie Jugendkultur, ist elementar wichtig", appellierte Kulturlandesrat Philipp Achammer bei seiner #halbzeit-Pressekonferenzt am 27. Juli.
"Wenn wir glauben, die Probleme unserer Zeit werden dadurch gelöst, dass man auf freie, hart errungene Bereiche zugreift, dann irren wir uns grob. Die freie kulturelle Entwicklung, auch die unangepasste, die Nachtkultur oder die freie Jugendkultur, ist elementar wichtig", appellierte Kulturlandesrat Philipp Achammer bei seiner #halbzeit-Pressekonferenzt am 27. Juli.

BOZEN (LPA). Was die Bildungsgerechtigkeit für den Bereich Bildung (LPA hat berichtet) ist, ist das Thema "Fair Pay" für den Bereich deutsche Kultur. "Es wird nur eine positive Entwicklung im Kulturbereich geben, wenn die Arbeit angemessen und fair bezahlt wird", hielt Landesrat Philipp Achammer bei seiner #halbzeit-Pressekonferenz am 27. Juli in der Smart Mini Factory der Fakultät für Ingenieurwesen im NOI Techpark in Bozen fest.

Nicht zuletzt die Coronapandemie und deren Folgen hätten gezeigt, dass die (soziale) Absicherung von Kunstschaffenden in Italien sehr gering sei, was zu prekären Situationen führe. "Unsere Region ist die einzige in ganz Italien, die eine öffentlich mitfinanzierte Vorsorge für Künstlerinnen und Künstler eingeführt hat. Südtirol war dabei die treibende Kraft", hielt Achammer fest und nannte zudem die Notwendigkeit, Mindesttarife einzuhalten, als wichtige Maßnahme, um Kultur auf faire Weise gerecht zu werden. Kultur müsse sich, ähnlich wie Forschung, Wissenschaft oder Museen, frei entwickeln können: "Wenn wir glauben, die Probleme unserer Zeit werden dadurch gelöst, dass man auf freie, hart errungene Bereiche zugreift, dann irren wir uns grob. Die freie kulturelle Entwicklung, auch die unangepasste, die Nachtkultur oder die freie Jugendkultur, ist elementar wichtig", appellierte der Kulturlandesrat. Achammer nannte in diesem Zusammenhang Zahlen: Man habe im Bereich der Förderungen im kulturellen Bereich in den vergangenen sieben Jahren 15 Millionen mehr ausbezahlt. Zudem seien große Projekte in Planung oder Umsetzung: Achammer zählte in diesem Zusammenhang das Bibliotheken- und Autonomiezentrum in Bozen und das Kulturgüterdepot in Neumarkt auf. "Wir müssen in Kultur und Bildung umso mehr investieren, weil es die Gesellschaft wieder zusammenbringt", sagte Achammer mit Blick auf das Bibliotheken- und Autonomiezentrum, das für den Landesrat zu einem neuen Symbol des Zusammenlebens der Sprachgruppen werden könne.

Die Kulturgüter bezeichnete der Landesrat als "einen Standortfaktor für die Zukunft." Man arbeite mit aller Kraft gegen Geschichtsvergessenheit – der Erhalt und die Pflege von Kulturgütern ermögliche, aus der Vergangenheit zu lernen. Als wichtige bereits erreichte Maßnahme nannte Achammer in diesem Bereich das Landesgesetz, mit dem auch Privatpersonen noch stärker beim Schutz von Kulturgütern und der Pflege von nichtdenkmalgeschützten Kleindenkmälern finanziell unterstützt werden. Das geplante Kulturgüterdepot sei eine wichtige Investition, Achammer nannte es ein "fast ein elftes Landesmuseum", weil es zehntausende Objekte der Vergangenheit des Landes darin adäquat untergebracht werden könnten. Landesrat Achammer kündigte zudem neue museale Strukturen an, wie die Dauerausstellung zur jüngeren Geschichte Südtirols in der Festung Franzensfeste, mit deren Fertigstellung man innerhalb 2028/29 rechne. "Auch das kann ein wichtiger Punkt sein, wo sich alle drei Sprachgruppen unseres Landes wiederfinden. Denn wir müssen alles dafür tun, dass es gemeinsame, identifizierende Symbole gibt", hielt Achammer fest.

ck