Equal Pay Day: Landesrätin Amhof zur Lohnschere im öffentlichen Dienst

16.04.2026, 13:56

Auch im öffentlichen Dienst besteht, trotz kollektivvertraglich festgelegter Entlohnung, eine Lohnschere zu Ungunsten von Frauen – Personallandesrätin Magdalena Amhof erläutert die Hintergründe

„Mit zunehmendem Alter und in höheren Führungspositionen geht auch im öffentlichen Dienst die Lohnschere zwischen Mann und Frau tendenziell nach oben", ist sich Landesrätin Magdalena Amhof bewusst. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri)
„Mit zunehmendem Alter und in höheren Führungspositionen geht auch im öffentlichen Dienst die Lohnschere zwischen Mann und Frau tendenziell nach oben", ist sich Landesrätin Magdalena Amhof bewusst. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri)

BOZEN (LPA). Die Höhe der Löhne im öffentlichen Dienst ist von Kollektivverträgen festgelegt und schließt damit ungleiche Bezahlung aufgrund des Geschlechts aus. Bei gleicher Funktionsebene, Dienstalter und Arbeitszeit erhalten Frauen und Männer das gleiche Grundgehalt. Dennoch gibt es auch im öffentlichen Dienst ein Ungleichgewicht, dem es mit strukturellen Maßnahmen zu begegnen gilt. Darauf verweist Landesrätin Magdalena Amhof, die neben Personal und Arbeit auch für den Bereich Europa zuständig ist, anlässlich des Equal Pay Day, der am 17. April stattfindet.

"Mit zunehmendem Alter und in höheren Führungspositionen geht auch im öffentlichen Dienst die Lohnschere zwischen Mann und Frau tendenziell nach oben. Das ist unter anderem dem geschuldet, dass Frauen häufiger in Teilzeit arbeiten und seltener in Führungspositionen anzutreffen sind", betont Amhof.

Häufiger in Teilzeit und Elternzeit, seltener in Führungspositionen

Derzeit sind trotz eines leicht positiven Trends nur 38 Prozent der Führungspositionen weiblich besetzt, obwohl Frauen 70 Prozent der Arbeitskräfte stellen. 58 Prozent der Frauen arbeiten in Teilzeit, im Vergleich zu 17,5 Prozent der Männer. Auch Zulagen, etwa für Überstunden und Außendienste, fließen vorwiegend in den Lohn von Männern ein: Laut Genderanalyse der Landesverwaltung werden über 78 Prozent der bezahlten Überstunden von Männern geleistet. Ebenso werden über 95 Prozent der Abwesenheiten aus Erziehungsgründen von Frauen in Anspruch genommen. "Die Übernahme von familiären Pflichten und Care-Arbeit wirkt sich somit einerseits auf das monatliche Gehalt aus und spiegelt sich andererseits in niedrigeren Renten wider", schließt Amhof.

Die Landesverwaltung sehe sich weiterhin in der Verantwortung, strukturelle Einkommenseffekte zu reduzieren und Chancengleichheit über alle Karrierephasen hinweg zu stärken. Fortschritte im privatwirtschaftlichen Bereich seien hingegen durch die Umsetzung der EU-Richtlinie zur Lohntransparenz zu erwarten, glaubt die Landesrätin. Diese muss innerhalb des 7. Juni auf nationaler Ebene umgesetzt werden und wird ungleiche Bezahlung aufgrund des Geschlechts sichtbar und sanktionierbar machen.

red/pir